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Mitternachtsspitzen (WDR)

[Text: WDR] Der TV-Klassiker des deutschen Kabaretts: Jürgen Becker macht sich einmal im Monat auf Kosten des Westdeutschen Rundfunks mit Wilfried Schmickler, Uwe Lyko alias Herbert Knebel und seinen Gästen einen schönen Abend im Alten Kölner Wartesaal – so könnte es für den Zuschauer auf den ersten Blick aussehen …

Tatsächlich aber haben Kabarettisten kein lichtes Leben: wann immer etwas passiert in dieser Welt, müssen sie es aufgreifen, zu Satire verarbeiten und unter das Volk bringen. Aktualität ist gefragt, Schnelligkeit und Flexibilität – sonst hinterlässt ihr scharfer Biss keine Wunden. Doch wenn die Pointe ins Ziel trifft, freuen sich die Zuschauer. Und das Lachen – auch wenn es mal im Hals stecken bleibt – ist nun mal das Brot des Kabarettisten.

Im Fernsehen haben es Kabarettisten besonders schwer. Denn hier gibt es statt eines begeisterten Publikums vor der Bühne auch noch die Quoten – und die machen nicht satt. Und die (Sende) Plätze, auf denen Kabarettisten scharfzüngig und gemein, hinterhältig und manchmal sogar unverschämt die kleine und große Welt-Politik aufspießen dürfen, werden immer rarer.

Doch es gibt noch ein paar Oasen, in denen sich Kabarettfreunde an Spitzzüngigem laben können, wie Dürstende an der kühlen Quelle. Eine davon heißt Mitternachtsspitzen und gehört seit 1988 zu den Markenzeichen des WDR.

Offizielle Website: wdr.de